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	<title>PS, Autor auf Zimmertheater am Karlstor Heidelberg</title>
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	<description>Spielplan und Aktuelles zum Zimmertheater Heidelberg</description>
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	<title>PS, Autor auf Zimmertheater am Karlstor Heidelberg</title>
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		<title>„Wir sind quasi eine Theater-WG“</title>
		<link>https://www.zimmertheaterhd.de/wir-sind-quasi-eine-theater-wg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PS]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 09:47:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stimmen über Uns]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>© Rhein-Neckar Zeitung &#124; Heidelberger Nachrichten &#124; FEUILLETON Dienstag, 30. Juni 2020 „Wir sind quasi eine Theater-WG“ Leben und Proben unter Corona-Bedingungen: Im Zimmertheater hat am Donnerstag die Komödie „Die [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">© Rhein-Neckar Zeitung | Heidelberger Nachrichten | FEUILLETON</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstag, 30. Juni 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Wir sind quasi</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>eine Theater-WG“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Leben und Proben unter Corona-Bedingungen: Im Zimmertheater hat am Donnerstag die Komödie „Die Niere“ Premiere</em></p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="blob:https://www.zimmertheaterhd.de/1530d413-e84c-41ac-a7d1-76b3a82126ec" alt="pastedGraphic.png"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Munteres Quintett: Regisseur Joosten Mindrup (M.) inszeniert im Zimmertheater. In der Komödie „Die Niere“ spielen (v.l.) Christian Schulz, Josephine Raschke, Philip Leenders und Lena Sabine Berg. Foto: Konrad Gös</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von Ingeborg Salomon</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag hat im Heidelberger Zimmertheater die Komödie „Die Niere“ Premiere. In dem Stück von Stefan Vögel treffen zwei Ehepaare aufeinander; ihre Freundschaft wird auf eine ebenso harte Probe gestellt wie ihre schon leicht in die Jahre gekommenen Beziehungen. Denn Kathrin braucht eine neue Niere, und Gatte Arnold, der als Spender in Frage käme, windet sich wie ein Aal. Doch Freund Götz erklärt sich ohne Umstände bereit, Kathrin eine seiner Nieren abzutreten. Allerdings findet seine Frau Diana, sie habe da auch noch ein Wörtchen mitzureden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter der Regie von Joosten Mindrup spielen Lena Sabine Berg, Philip Leenders, Josephine Raschke und Christian Schulz. Die RNZ war bei einer Probe dabei und hat mit den Akteuren über die Arbeit unter Corona-Bedingungen gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Sie haben mit den Proben Anfang März unter normalen Bedingungen begonnen, am 2. April wäre Premiere gewesen. Dann kam Corona, die Proben wurden ausgesetzt, das Zimmertheater geschlossen. Erst vor zehn Tagen wurden die Proben wieder aufgenommen. Was hat sich an der Inszenierung wegen Corona verändert?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Joosten Mindrup: Wir hatten das Glück, dass wir bis Mitte März schon die Hälfte der Proben geschafft hatten. Es gibt ohnehin keine Kussszenen, und eine innige Männerumarmung habe ich gestrichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christian Schulz: Völliges Uminszenieren wäre schwierig gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Können Sie den Mindestabstand von 1,5 Meter auf der Bühne denn überhaupt einhalten?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Christian Schulz: Das müssen wir nicht in jeder Sekunde, denn wir leben ja hier in einer Infektionsgemeinschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Das müssten Sie bitte ein bisschen erklären.</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Christian Schulz: Alle vier Schauspieler wohnen im Zimmertheater, wir sind quasi eine Theater-WG.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Joosten Mindrup: Ich wohne in der „Schnitzelbank“in der Bauamtsgasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Josephine Raschke: Wir schminken uns selbst, waschen unser Kleidung selbst, und wir bleiben unter uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lena Sabine Berg: An einem kleinen Haus wie dem Zimmertheater geht das sehr gut. Größere Häuser denken auch darüber nach, die Schauspieler in einer Theater-WG leben zu lassen. Aber da sind es eben einfach zu viele – und die wohnen ja auch meist vor Ort. Wir sind ja alle nicht aus Heidelberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Sie müssen sich auf der Bühne auf Ihren Text konzentrieren und außerdem darauf, Abstand zu halten. Ist das eine Belastung?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Christian Schulz: Unsere Bewegungen gehen bei den Proben ins Körpergedächtnis über, beispielsweise, dass wir nicht bis dicht an die erste Reihe spielen und da immer genug Abstand zum Publikum halten. Man muss aber nicht ständig daran denken, das automatisiert sich im Laufe der Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Philip Leenders: Hier im Zimmertheater ist eigentlich alles wie immer. Das Absurde ist draußen, und unsere größte Gefahr sind die Zuschauer (lacht).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Sie haben ja alle schon, teilweise mehrfache Zimmertheater-Erfahrung. Der Zuschauerraum war meist bis auf den letzten Platz besetzt. Wie wird es sein, vor einem Saal zu spielen, der zu zwei Drittel leer ist?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Joosten Mindrup: Vor allem freuen wir uns sehr, dass wir überhaupt wieder inszenieren und spielen dürfen. Dafür sind wir nach der langen Pause sehr dankbar.</p>
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		<title>Die Niere</title>
		<link>https://www.zimmertheaterhd.de/die-niere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PS]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2020 10:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Historie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Komödie von Stefan Vögel Inszenierung: Joosten Mindrup Premiere: 2. Juli 2020 Es spielen: Stararchitekt Arnold Winter ist endlich ganz oben angekommen: Der ersehnte Auftrag für den Bau des gigantischen „Diamond Tower“ in [&#8230;]</p>
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<div class="section">
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<div class="column">
<h4>Komödie von Stefan Vögel</h4>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p><strong>Inszenierung: </strong><span style="font-size: inherit;">Joosten Mindrup</span></p>
<p><strong>Premiere:</strong> 2. Juli 2020</p>
<p><strong>Es spielen:</strong></p>
<p>
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</p>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Stararchitekt Arnold Winter ist endlich ganz oben angekommen: Der ersehnte Auftrag für den Bau des gigantischen „Diamond Tower“ in Paris ist endlich unter Dach und Fach und er hat allen Grund zum Jubeln. Man will den Triumph mit Freunden feiern, der Champagner ist kaltgestellt. Da platzt Ehefrau Kathrin nach einer Routineuntersuchung mit einer folgenschweren Diagnose herein: Niereninsuffizienz. Schon sehr bald braucht sie eine Spenderniere, und so steht die unausgesprochene Gretchenfrage quer im Raum, ob Arnold ihr eine der seinen abträte, zumal er die Voraussetzungen dafür erfüllt. Doch der windet sich und zaudert, kein Ja, kein Nein, und flüchtet sich in Bedenken. Merklich schief hängt der Haussegen, als Götz und Diana zum Abendessen auftauchen, um Arnolds Turm zu begießen. Im Nu geraten sie mitten in einen handfesten Ehekrach und eine turbulente Achterbahnfahrt moralischer Spielchen. Es stellt sich nämlich heraus, dass Götz nicht nur der perfekte Spender für Kathrin wäre, sondern auch ohne Umschweife „Ja“ sagt. Damit allerdings hat er eine Lawine losgetreten, die die Freundschaft der beiden Paare und deren nicht mehr ganz so intakte Ehen auf eine harte Probe stellt&#8230;</p>
<p>Der österreichische Erfolgsautor Stefan Vögel, Jahrgang 1969, studierte zunächst Wirtschaftsinformatik, bevor er sich dem Theater zuwandte und als Kabarettist arbeitete. Bald begann er, sich als Theater- und Drehbuchautor einen Namen zu machen. Seine Stücke werden vielfach in zahlreichen Inszenierungen im gesamten deutschsprachigen Raum gespielt. „Die Welt“ schrieb über Stefan Vögel: „Es gibt ihn tatsächlich, den deutschsprachigen Komödienschreiber, der alle dramaturgischen, psychologischen und komödiantischen Regeln beherrscht. Stefan Vögel ist ein Ass in der pointierten Dialogführung ohne billige Effekte.“</p>
<p><strong>Bilder</strong><br />
[srzflalbum id=72157714990543488]</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Mehr Bilder können Sie im <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.flickr.com/photos/zimmertheater/sets/72157714990543488">Album</a></span> bei Flickr ansehen.</strong></p>
<hr />
<p><strong>Presse</strong></p>
<p>Bizarre Liebesprobe auf Bühne<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Von Eckhard Britsch<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Lunte schwelte schon lange, dann genügt ein Funke, um die Fas- sade einstürzen zu lassen. In diesem Fall geht es um eine bizarre Liebesprobe, an der ein selbstgefälliger Architekt sein Ego verliert. Aus der Traum. Nichts bleibt. Zerbrochen das Eheglück, dessen schöner Schein demaskiert wird, und auch das Glücksgefühl, den einzigartigen Super-Turm bauen zu dürfen, wird schal. Eine Tragödie? Nein, denn Autor Stefan Vögel hat mit „Die Niere“ eine Komödie voller Witz und Charme, geschliffenen Dialogen und genau kalkulierter Dramaturgie geschrieben. Kein Wunder, dass das Stück wie ein attraktives Modelabel an vielen Häusern reüssiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Schwerwiegende Frage<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Denn Kathrin konfrontiert ihren Göttergatten Arnold mit der schwerwiegenden Frage, ob sie mit einer Lebend-Spende von ihm rechnen kann, hat der Nephrologe bei ihr doch massive Niereninsuffizienz diagnostiziert. Arnold windet sich wie ein Aal. Von Christian Schulz glänzend gespielt, wenn Habitus und Mienenspiel den Niedergang vom tollen Hecht zum fast weinerlichen Wicht widerspiegeln. Hier hat Regisseur Joosten Mindrup, der zuletzt am Zimmertheater Heidelberg auch „Bildung für Rita“ inszeniert hatte und als Nachfolger der Intendantin Ute Richter gehandelt wird, ein Muster guter Personenführung abgeliefert. Auch die Bühne, von ihm stylisch modern eingerichtet, wie es sich fürs Wohngefühl erfolgreicher Macher gehört, passt und lässt auf kleiner Bewegungsfläche genügend Raum für die Figurenentwicklung.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Antreiberin der Geschichte: Lena Sabine Berg kostet als Kathrin viele Facetten aus, denn die besagte Niereninsuffizienz entpuppt sich als Fake, um Arnold zu decouvrieren. Da pendelt sie zwischen sensibel und subtil-hinterhältig bis hin zu entschlossener Eheverweigerin, denn ihren Koffer hat sie wohl schon lange gepackt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zweites Paar als Spiegel<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Als Spiegel dient dem Stückeschreiber ein zweites Ehepaar, die quasi besten Freunde. Philip Leenders als Götz ist sofort bereit, Kathrin eine Niere zu spenden. Er wirkt liebenswert und naiv und wird am Ende eine böse Überraschung erleben, hat doch seine Gattin Diana eine Affäre, ganz die Göttin der Jagd. Josephine Raschke profiliert sie in betont weiblicher Stringenz.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zuletzt bleibt ein Scherbenhaufen, doch das Zerdeppern des Liebes-Porzellans geschieht höchst amüsant. Herzlicher Applaus.</p>
<p style="text-align: right;"><em><span class="Apple-converted-space">Mannheimer Morgen, 4. Juli 2020 </span></em></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das kurze Leben der Fakten</title>
		<link>https://www.zimmertheaterhd.de/das-kurze-leben-der-fakten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[PS]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2019 11:59:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Historie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.zimmertheaterhd.de/das-kurze-leben-der-fakten/">Das kurze Leben der Fakten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.zimmertheaterhd.de">Zimmertheater am Karlstor Heidelberg</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><span style="color: #000000;"><span style="font-size: large;">von Jeremy Kareken &amp; David Murrell und Gordon Farrell </span></span>

<strong>Inszenierung:</strong> Ute Richter

<strong>Premiere der Deutschsprachigen Erstaufführung:</strong> Do 28. November 2019

<strong>Programmheft:</strong> <a href="http://www.zimmertheaterhd.de/Programmhefte/kurzelebenderfakten.pdf">herunterladen</a>

<strong>Es spielen:</strong>


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Der beharrliche junge Praktikant Jim ist dabei, Ärger zu machen. Die anspruchsvolle Chefredakteurin eines Hochglanzmagazins hat ihm eine große Aufgabe gestellt: er wird beauftragt den Wahrheitsgehalt eines 15-seitigen Essays zu überprüfen, den der berühmte unorthodoxe Autor John D’Agata über den Selbstmord eines Teenagers in Las Vegas geschrieben hat. Dafür hat er nur fünf Tage Zeit, produziert aber eine 130-seitige Tabelle, die seine Fragen umreißt. Einige sprechen greifbare, wenn auch strittige Details an: Waren die Pflastersteine am Ort des Geschehens rot oder, was weniger interessant wäre, braun? Einige sind erkenntnistheoretisch: Wie konnte D’Agata wissen, was er nicht hatte sehen können? Und einige deuten darauf hin, dass der Autor tief in das Gebiet der Fiktion eingedrungen ist. Der ultimative Showdown zwischen Fakt und Fiktion beginnt. Am Ende haben die Kontrahenten ihren Kampf in einem Buch festgehalten, das wiederum einem Autorentrio die Vorlage für dieses Theaterstück lieferte. Es zeigt auf höchst originelle und unterhaltsame Weise, warum es gar nicht so einfach ist, zwischen Wahrheit und Erfindung zu unterscheiden.

„Fesselnd und faszinierend“ schrieb die New York Times nach der Uraufführung am 18.08.2018.

Fakten sind nebensächlich bis hinderlich, wenn sie das Erregungs-potential mindern. <em>John D’Agata</em>

<strong>Bilder</strong>
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<p style="text-align: center;"><strong>Mehr Bilder können Sie im <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.flickr.com/photos/zimmertheater/sets/72157712019670101">Album</a></span> bei Flickr ansehen.</strong></p>

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<hr />

<h4><strong>Pressestimmen</strong></h4>
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</div>
<div>

<strong>Absturz zwischen den Wortwelten</strong>

Das kurze Leben der Fakten“ von Kareken, Murrell und Farrell im Zimmertheater Heidelberg – Deutschsprachige Erstaufführung

<em>Von Heribert Vogt</em>

Ein schlimmer Absturz steht im Zentrum des Dramas „Das kurze Leben der Fakten“: In Las Vegas stürzt sich der 16jährige Levi Presley vom 350 Meter hohen Stratosphere Tower in den Tod. Das wahrlich tiefgründige Stück des amerikanischen Autoren-Teams Jeremy Kareken, David Murrell und Gordon Farrell kam nun als Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne des Heidelberger Zimmertheaters.

Aber ganz nah am Nerv unserer Zeit führt die Inszenierung von Intendantin Ute Richter zugleich einen zweiten Absturz intensiv vor Augen: nämlich im Zeitalter von Fake News und alternativen Fakten denjenigen aus dem vermeintlichen Besitz gesicherter Wahrheiten. Die Protagonisten des Dramas nach einer wahren Begebenheit verlieren sich zwischen den abgründigen und auseinanderdriftenden Wortwelten, dies allerdings auf so geistreiche wie unterhaltsame Weise.

„Was ist wirklich die Wahrheit?“ Diese am Ende gestellte Frage wird im Zimmertheater nicht wirklich beantwortet. Ute Richters Bühnenbild zeigt das stylische, metallisch schimmernde Ambiente des Domizils eines Hochglanzmagazins. Die Zeitschrift steht kurz dem Druck, in wenigen Tagen droht die Deadline. Und in der aktuellen Ausgabe will das Magazin mit einem Essay des renommierten Literaten John D’Agata (Werner Opitz) prunken, der sich mit dem Selbstmord des jungen Levi Presley auseinandersetzt. Jetzt ist der tiefschürfende Text nur noch einem Fakten-Check zu unterziehen, damit es nicht zu unliebsamen Reaktionen im Lesepublikum kommt. Was nur als formale Absicherung gedacht ist, führt jedoch zur totalen Verunsicherung.

Die erfahrene und lebenskluge Chefredakteurin Emily Penrose (Lena SabineBerg) hat für den vermeintlichen Routine-Job den Praktikanten Jim Fingal (Fabian Jung) auserkoren. Er soll über das verbleibende lange Wochenende der Fakten-Checker für den anspruchsvollen Essay sein. Womit jedoch niemand rechnet: Der ambitionierte Praktikant legt jedes Wort auf die Goldwaage, gelangt bei seinen Recherchen vom Hundertsten ins Tausendste, sodass schließlich dem 15seitigen Essay ganze 130 Seiten an Nachfragen gegenüberstehen. Wie soll das alles bis zur Deadline abgehakt werden?

Der Konflikt zwischen literarisch-kreativem und journalistisch-objektivem Schreiben spitzt sich zu und wird zu einem spannenden, sogar handgreiflichen Duell zwischen dem äußerst hartnäckigen Praktikanten und dem arrivierten Schriftsteller, der jede Kritik an seiner Schreibe abbürstet. In diesem mit zahlreichen Pointen gespickten Showdown nehmen beide Widersacher für sich in Anspruch, die Wahrheit um den Hochhaus-Selbstmord aufspüren zu wollen: der junge Fingal mit beinahe schon autistischer Konzentration auf sämtliche Details, der ältere Star-Autor – auch schon mal als „Norman Mailer“ angesprochen – durch literarisch freies Arrangement der Fakten.

Hier öffnet sich ein ganz weites und extrem brisantes Feld, in das Kampfbegriffe wie die „Lügenpresse“ hineinspielen. Denn je genauer man die sogenannten „Fakten“ unter die Lupe nimmt, desto weniger faktisch erscheinen sie häufig. Wahrheit ist deshalb zumeist relativ und hängt entscheidend von der Perspektive ab. Hilfreich kann hier ein Blick auf die pointillistische Malerei sein: Steht man ganz nah vor einem solchen Kunstwerk, sieht man die einzelnen Farbpunkte genau, aber erst aus der Entfernung nimmt man das Bild als Ganzes wahr.

In diesem Sinne will auch der Schriftsteller D’Agata „das große Ganze im Blick behalten“: Er nimmt es mit den Fakten nicht so ganz genau, um sie auf den Punkt zu bringen und auf diese Weise zu einer literarisch treffenden Aussage zu gelangen – im Falle seines Essays über den Tod eines Jugendlichen im amerikanischen „Glücksort“ Las Vegas. Auch Chefredakteurin Penrose hat inhaliert, dass wir vor allem „in Geschichten leben“ und ist deshalb ganz scharf auf den niveauvollen Essay, der ja schon als journalistisch-literarische Gattung keinen Wahrheitsanspruch erhebt, sondern vielmehr Fragen aufwirft und nach Antworten sucht.

Die eigentliche Lösung in diesem ganzen Wirrwarr um Wahrheit und Lüge liegt wohl im Erwerb von Medienkompetenz: Man muss unterscheiden können zwischen eher objektiven sowie tendenziell subjektiven Texten und beide Sorten auch gegeneinander abwägen, sodass man zu einem eigenen Weltbild gelangt. Und diesbezüglich macht der Praktikant Fingal einige Sorgen.

Denn über derartige Fähigkeiten der Differenzierung scheint er nicht zu verfügen, wenn er praktisch bei jedem Essay-Wort bis Adam und Eva recherchieren muss. Und das könnte recht repräsentativ sein für junge Leute, deren Weltbild sich im Internet-Zeitalter aus unendlich vielen Einzelpunkten zusammensetzt: Erblicken sie noch das große Ganze? Wenn nicht, kann das möglicherweise den folgenreichen Absturz einer ganzen Generation zwischen den Wortwelten bedeuten.

Aber auch in der Tageszeitung stößt man auf unterschiedliche Wortwelten, zum Beispiel in nachrichtlich-objektiven und feuilletonistisch-subjektiv geschriebenen Artikeln. Etwa in dieser Theaterkritik wird lediglich ein kleiner Bruchteil dessen thematisiert, was sich auf der Bühne des Zimmertheaters tatsächlich ereignet. Aber der Verfasser hegt dennoch die Hoffnung, durch Abstraktion einige Wahrheiten des Abends zutage fördern zu können.

Man sieht: Alles in allem eine aktuelle, spannungsreiche und außerdem zu mannigfaltigen Diskussionen inspirierende Aufführung. In der nicht zuletzt die moderne digitale Kommunikation von drei tollen Schauspielern gekonnt auf die analoge Bühne gebracht wird. Und natürlich abstrahiert auch das Theater von der äußeren Realität: Nun präsentierte es sehr gelungen „Das kurze Leben der Fakten“.

Starker Applaus.

<em>Rhein-Neckar-Zeitung 30. November 2019</em>

<hr />

<strong>Dichtung und die bittere Wahrheit </strong>

<em>Von Eckhard Britsch</em>

Die „Fakten“ purzeln in der mittigen Bühnenmalerei übereinander und durcheinander und geben im Zimmertheater in Heidelberg die Richtung vor. Was ist Dichtung, was Wahrheit, wenn ein Essayist und ein penibler, journalistischer Faktenüberprüfer aufeinanderprallen? Spätestens seit Trump und seine Truppe den schnöden Begriff „alternative Fakten“ in die Welt gesetzt haben, um Lügen zu kaschieren, ist die Öffentlichkeit sensibilisiert für die Wertigkeit des veröffentlichten Worts, und naturgemäß haften die Printmedien in besonderem Maß für den Wahrheitsgehalt ihrer Texte.

Darum kreist das Stück „Das kurze Leben der Fakten“. Abonnenten- zahlen sinken, Anzeigenerlöse bröckeln, die Chefredakteurin kann sich in der Zwangsjacke von Gewinnorientierung („monetarisierbare Inhalte“) und Textqualität für ihr Hochglanzmagazin kaum noch bewegen. Dennoch versucht sie – von Lena Sabine Berg sehr sensibel, weniger als knallharte Macherin, sondern auch ihren Autoren und Mitarbeitern verpflichtete Chefin gespielt – den Spagat. Ein literarisch anspruchsvoller Essay eines renommierten Autors soll das Blatt aufpeppen. Es geht dabei um die Selbsttötung eines jungen Mannes. Doch vor der Veröffentlichung steht der Faktencheck, zumal im prozessfreudigen Amerika. Sind die Ziegel rot oder braun, nur so als Beispiel.

Viele Anmerkungen

Auch diese beiden Rollen sind ausgezeichnet besetzt und in der Regie von Ute Richter sehr nuanciert geführt, zudem mit subtilem Witz ausgestattet. Werner Opitz tritt als Essayist zuerst sehr selbstsicher auf, wird dann aber sukzessive vom Sockel geholt, besteht er doch darauf, dass sich Fakten auch einer Erzählstruktur leicht biegsam beugen sollten. Der Praktikant aber ist so ein richtiger Korinthenkacker, zu 15 Seiten Essay hat er 130 Seiten Anmerkungen. Fabian Jung zeichnet ihn nachvollziehbar in der Entwicklung vom dankbaren, schüchternen Anfänger, der seine Chance sieht, zum räsonierenden Rechthaber, der nur mühsam zu einem Kompromiss bereit ist.

Die deutschsprachige Erstaufführung des Stücks von Jeremy Kareken, David Murrell und Gordon Farrell wurde in Heidelberg perfekt in Szene gesetzt und bietet bei allem Text-Charme viel Stoff zum Nachdenken.

<em>Mannheimer Morgen, 2.12.2019</em>

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