Beginn
17:00 Uhr

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Dauer
etwa 2 Stunden

Inszenierung

Premiere

Spielzeit


Goethe und Neapel

„Zwischen Gott und Teufel eingeklemmt“
Es liest Dieter Borchmeyer
Musikalische Begleitung: Johannes Vogt
Textauswahl: Letizia Mancino
Eine Veranstaltung der Goethegesellschaft
mit dem Zimmertheater Heidelberg

“ Denke ich an Neapel (…), so fällt es einem sowohl in der Erzählung als in Bildern auf, daß in diesem Paradies der Welt sich zugleich die vulkanische Hölle so gewaltsam auftut und seit Jahrtausenden die Wohnenden und Genießenden aufschreckt und irre macht.“
(Italienische Reise, 16. Februar 1787)

Goethe charakterisiert den Neapolitaner, der ständig in dem „ungeheuren Gegensatz“ des „Schönen“ der Landschaft und des „Schrecklichen“ der Vulkanausbrüche leben muß, als einen Menschen, der „sich zwischen Gott und Satan eingeklemmt“ fühlt. So hat er selber in Neapel die Spannung zwischen „Paradies“ und „Hölle“ auszuhalten versucht. Bereits in Rom ist immer wieder von der drohenden Gefahr des Vulkanausbruchs die Rede, und mit der Beschreibung dieser Gefahr verbindet Goethe – „um auch Schatten in meine Gemälde zu bringen“ – den Hinweis auf die Abgründe Roms und Italiens, die seine Kunstwelt unterminieren: Verbrechen, Mord, Unglück, Naturkatastrophen.

„Es ist in dem Augenblick, als wenn alle Kunstschätze Roms zunichte würden; die sämtlichen Fremden durchbrechen den Lauf ihrer Betrachtungen und eilen nach Neapel“, um den Lavafluß zu erleben (24. November / 2. Dezember 1787). So auch Goethe, der bereits wenige Tage nach seiner Ankunft in Neapel den Vesuv zum erstenmal besteigt. Die grandiose Schilderung des nächtlichen Vulkanausbruchs wird eine der letzten Seiten der Italienischen Reise füllen.

Neapel ist für Goethe die große Alternative zu Rom. „Wenn man in Rom gern studieren mag, so will man hier nur leben; man vergisst sich und die Welt, und für mich ist eine wunderliche Empfindung, nur mit genießenden Menschen umzugehen.“ Ein Tanz auf dem Vulkan. Goethes Begegnung mit einer überspannten Prinzessin in Neapel wird eine der köstlichsten Episoden der Italienischen Reise bilden.

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