von Eric-Emmanuel Schmitt

Inszenierung: Ute Richter

Vorstellungen: 65   Besucher: 5.143

Mit Dinah Hinz als Dame in Rosa

 

„Die Dame in Rosa“, Oma Rosa, wie Oskar sie nennt, arbeitet als freiwillige Betreuerin auf einer Kinderkrebsstation (in Frankreich tragen diese ehrenamtlichen Helferinnen in den Kliniken rosa Kittel), dort gewinnt sie das Vertrauen des an Leukämie erkrankten elfjährigen Oskar, der nur noch wenige Tage zu leben hat, und fasst eine besonders starke Zuneigung zu ihm, wie er zu ihr.
Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, erzählt sie ihm von den „Zwölf Vorhersagenden Tagen“, einer alten Sage, nach der man in den letzten zwölf Tagen des Jahres die Geschehnisse der kommenden zwölf Monate des nächsten Jahres vorhersagen kann. Sie bittet ihn, diese Legende mit ihr zu spielen und jeden Tag so zu betrachten als wären es zehn Jahre. Und sie rät ihm, damit er mit seinen Sorgen, Ängsten und Nöten nicht so allein ist, „Briefe an den lieben Gott“ zu schreiben und ihn um Antwort, um Aufklärung, sogar um einen Besuch zu bitten.
Nach seinem Tod findet Oma Rosa diese Briefe, in denen Oskar dem lieben Gott tagtäglich seine letzten Tage beschrieben hat, natürlich wird er jeden Tag älter, er hat also ein ganzes „Männerleben“ mit all seinen Krisen erlebt. Und das Schreiben dieser Briefe verschafft ihm eine innere Ruhe, was nicht heißen soll, dass er an seinem Schicksal nicht leidet.
Aber durch Oma Rosa erfährt er, dass der Tod, auch seiner, kein Scheitern ist und dass auch für ihn, den kleinen Oscar, die großen Fragen des Lebens wie Einsamkeit, Leben und Tod, Träume, Sorgen, Glück und Gott wichtig sind. Und sanft, von Oma Rosa und durch seine Briefe an Gott geleitet, lernt er den Tod als einen Teil des Lebens zu akzeptieren.
Eric-Emmanuel Schmitt ist mit diesem Text, seinen „Briefen an den lieben Gott“, einer Mischung aus Bericht, Erzählung, Monolagen, Dialogen zwischen Oskar, seinen Kumpels, seiner „Frau“ Peggy Blue, seinen Eltern; dem Arzt und natürlich Oma Rosa ein Werk gelungen, das mal grimmig, mal lakonisch, aber stets mit Charme und Leichtigkeit die „letzten Dinge“ behandelt.
Ein bewegendes Stück, um so kostbarer, als es die Waage hält zwischen Witz und Sentiment, zwischen nüchterner Schilderung und warmherziger Erinnerung. Jeder Brief ist eine Miniatur der Melancholie, eindringlich und komisch zugleich, von denen insgesamt ein ganz eigenartiger, zwischen Authentizität und Geflunker pulsierender Sog ausgeht.


Kritiken

presse1 (1)

 

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